Test zu Avatar Legends: The Fighting Game - kleines Budget, großer Wurf? Die Antwort von TheGamer
9.0
Credit: Sony

Test zu Avatar Legends: The Fighting Game - kleines Budget, großer Wurf? Die Antwort von TheGamer

Alexandre Alexandre Jollier
Folgen Sie uns auf

Kurz gefasst

Avatar Legends: The Fighting Game bietet 12 gut ausgearbeitete Charaktere und technische Kämpfe mit eigenständigen Mechaniken für nur 30 Euro. Das Spiel besticht durch seine starke Identität, seinen Respekt gegenüber der Lizenz und seinen Story-Modus mit 27 Kapiteln, der von den Originalschöpfern verfasst wurde, auch wenn es unter einem schmalen Roster und minimalistischen Zusatzinhalten leidet.

30 Euro. Das ist der Preis, mit dem sich Avatar Legends: The Fighting Game positioniert - und zu diesem Tarif ist es offenbar eines der besten Angebote des Jahres 2026 für alle, die 2D-Fighter lieben. Wenn ihr ein Roster von 40 Charakteren und einen Trainingsmodus erwartet, der es mit Tekken 8 aufnehmen kann, könnt ihr gleich weitergehen. Aber wenn euch zwölf sehr gut ausgearbeitete Kämpfer in einem Spiel reichen, das genau weiß, was es sein will, dann greift zu. Zumindest lässt sich das aus der Analyse des Journalisten von TheGamer ableiten.

Ein Avatar-Fighter, wirklich?

Avatar Legends ist ein 2D-Kampfspiel, das von Gameplay Group International entwickelt wurde - einem Team, das das Projekt übernommen hat, nachdem Maximum Entertainment es aufgegeben hatte. Das Spiel deckt beide Animationsserien ab, The Last Airbender und The Legend of Korra, mit einem Roster von 12 Charakteren, darunter Aang, Korra und Toph. Das Ganze mit einem gleichzeitigen Release am 23. Juli 2026 für PCPS5, Xbox Series (mit einer überraschenden Verschiebung dieser Versionen, die in letzter Minute angekündigt wurde) und Switch (1 und 2).

Was wirklich gut funktioniert

Das Kampfsystem ist die eigentliche Überraschung, erklärt uns der Journalist. Schnell, technisch, wuchtig - mit einer Flow-Mechanik, die es erlaubt, einen Zähler auszugeben, um automatisch auszuweichen und zu blocken. Das Ergebnis: Die Kämpfe bekommen eine rhythmische Dimension, die perfekt zur Ästhetik der Serie passt. Es geht nicht um plumpes Draufhauen. Man tanzt, liest den Gegner, bestraft Fehler.

Jeder Charakter ist so gestaltet, dass er seinen Bending-Stil widerspiegelt. Aang ist mobil, in seinen Angriffen eher friedfertig, ganz auf Geschwindigkeit ausgelegt. Korra kombiniert die Elemente wie eine vielseitige Brawlerin. Und Toph... Toph ist eindeutig broken im Sinne von „Wo bleibt der Nerf?“, was gleichzeitig ein Balance-Problem und eine Entscheidung ist, die so stimmig zum Charakter passt, dass es fast wie eine Hommage wirkt. Der Auto-Combo senkt die Einstiegshürde, ohne die Skill-Decke zu kappen - anspruchsvolle Spieler finden trotzdem genug, um sich stundenlang damit zu beschäftigen.

Der Story-Modus ist laut TheGamer eine weitere gute Nachricht. 27 Kapitel, ein Originalszenario von Michael Dante DiMartino (Mitschöpfer der Serie) und Tim Hedrick, eine Synchronisation, die stimmig klingt. Das Konzept konvergierender Zeitlinien ist nicht revolutionär, aber zu sehen, wie Aang und Korra in diesem visuell liebevoll gestalteten Universum - mit Easter Eggs überall - interagieren, scheint für Fans einen echten Mehrwert darzustellen.

Die Grenzen, die zählen

Das Roster mit 12 Charakteren, von denen zwei quasi Klone mit minimalen Unterschieden sind, ist dünn. Selbst für 30€ stellt sich die Wiederholung wohl schneller ein, als man es sich wünschen würde. Die Stages sind wenige, und abgesehen vom Story-Modus und einem Arcade-Modus ist der zusätzliche Inhalt praktisch nicht existent. Kein ausgefeilter Trainingsmodus, keine fortgeschrittenen Tutorials, um die Mechaniken wirklich zu meistern - schade, wenn das Spiel doch so viel technische Tiefe zu bieten hat.

DLCs sind in Vorbereitung, darunter ein zusätzlicher Charakter, der per Fan-Abstimmung ausgewählt wird - siehe unseren separaten Artikel zum DLC für Details. Doch zum Launch bleibt der Inhalt klar der eines „Budget-Titels“, nicht der eines AAA-Spiels.

Das Fazit

Wer Invincible VS mochte oder Lizenz-Fighter, die ihrem Ausgangsmaterial Respekt erweisen, für den ist Avatar Legends gemacht. Gegen ein Dragon Ball FighterZ oder ein Guilty Gear Strive zum Vollpreis spielt es inhaltlich nicht in derselben Liga - aber das versucht es auch gar nicht erst. Für 30€ ist es ein aufrichtiger, gut konstruierter Fighter mit starker Identität. Die Wertung von 4,5/5 von TheGamer ist nachvollziehbar: Das Spiel ist wirklich gut, die Grenzen sind real, aber im Verhältnis zum Preis angemessen.

Stärken

  • Die Flow-Mechanik verleiht den Kämpfen einen eigenständigen Rhythmus, der perfekt zum Avatar-Universum passt
  • Jeder Charakter ist einzigartig und spiegelt seinen Bending-Stil originalgetreu wider — echtes Game-Design-Handwerk
  • Story-Modus mit 27 Kapiteln und einem Originalszenario, mitverfasst von den Schöpfern der Serie
  • Budget-Preis von 30€, der zum gebotenen Inhalt passt
  • Wunderschöne 2D-Optik, überzeugende Synchronisation, überall spürbare Liebe zum Ausgangsmaterial

Schwächen

  • Roster von 12 Charakteren, davon zwei quasi Klone — die Wiederholung stellt sich schnell ein
  • Toph ist im Vergleich zum restlichen Cast eindeutig unausgeglichen
  • Kaum zusätzlicher Inhalt abseits von Story-Modus und Arcade
  • Kein fortgeschrittenes Tutorial für ein Spiel mit einer derart anspruchsvollen Skill-Decke

Fazit

Ein seltener Lizenz-Fighter: aufrichtig, technisch anspruchsvoll und mit 30€ ehrlich bepreist.

Artikel teilen

Würdet ihr trotz des schmalen Rosters für 30 Euro zugreifen?

Häufige Fragen

Ist Avatar Legends wirklich 30 Euro wert?
Absolut, wenn man sorgfältig konstruierte 2D-Fighter mag, die ihre Lizenz respektieren. Man bekommt zwar keine 40 Charaktere wie in Tekken 8, aber die 12 vorhandenen sind exzellent. Zu diesem Preis ist es ein tolles Angebot für Fans und anspruchsvolle Spieler.
Was ist die Hauptmechanik, die den Kampf einzigartig macht?
Der Flow. Dieses System erlaubt es, einen Zähler auszugeben, um automatisch auszuweichen und zu blocken, was den Kämpfen eine ganz besondere rhythmische Dimension verleiht. Man prügelt nicht dumpf drauflos, man tanzt und liest den Gegner.
Sind die Charaktere wirklich unterschiedlich oder nur Klone?
Sie unterscheiden sich stark in ihrer Herangehensweise. Aang ist mobil und friedlich, Korra kombiniert die Elemente als vielseitiger Brawler, Toph ist eindeutig übermächtig - jeder spiegelt seinen Bending-Stil wider. Zwei sind minimale Klone, aber das war's auch schon.
Gibt es interessante Solo-Inhalte?
Der Story-Modus mit 27 Kapiteln ist eine echte Überraschung mit einer originellen Geschichte von den Originalschöpfern und einer treffenden Synchronisation. Abgesehen davon und dem Arcade-Modus ist es bei den Zusatzmodi eher dünn.
Wird es nach dem Launch zusätzliche Inhalte geben?
Ja, DLCs sind geplant, darunter mindestens ein zusätzlicher Charakter, der von den Fans per Abstimmung gewählt wird, aber zum Launch bleibt der Inhalt der eines Budget-Titels.

Das Wichtigste

  • Mit 30 Euro ist es eines der besten Angebote 2026 für Liebhaber aufrichtiger und durchdachter 2D-Fighter.
  • Die Flow-Mechanik definiert den Rhythmus der Kämpfe neu, indem sie automatisches Ausweichen und Blocken ermöglicht, was perfekt zur Bending-Ästhetik passt.
  • Jeder Charakter spiegelt seinen Stil treu wider (Aang schnell und friedlich, Korra vielseitig, Toph eindeutig broken), sodass es sich um eine kohärente Designentscheidung handelt.
  • Der Story-Modus mit 27 Kapiteln von Michael Dante DiMartino und Tim Hedrick bietet echten Mehrwert mit Interaktionen zwischen den Avataren und Easter Eggs für Fans.
  • Das Roster mit 12 Charakteren und das Fehlen eines erweiterten Trainingsmodus begrenzen die zugängliche Tiefe trotz der vorhandenen technischen Mechaniken.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste, der reagiert!

Einen Kommentar hinterlassen

Neueste Artikel