Call of Duty: Activision filmt seinen Besuch bei einem Cheat-Verkäufer
Credit: Activision

Call of Duty: Activision filmt seinen Besuch bei einem Cheat-Verkäufer

Fabian Fabian Lainé
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Kurz gefasst

Activision hat am 28. August 2026 ein Bodycam-Video veröffentlicht, das einen Vertreter des Publishers zeigt, wie er einen Verkäufer von Cheat-Software (Elocarry) über eine bevorstehende Klage informiert. Diese Aktion ist Teil einer größeren Kampagne gegen 375 Cheat-Verkäufer, bei der bereits 80 Abmahnungen versendet und 30 Verkäufer geschlossen wurden.

Activision hat am Freitag, dem 28. August 2026, einen Ausschnitt aus einer Bodycam-Aufnahme veröffentlicht, der alles andere als ein Trailer ist: Ein Beauftragter des Publishers klingelt in Ohio an einer Tür, um einem Verkäufer von Cheat-Software eine bevorstehende Klage anzukündigen. Der Zeitstempel zeigt 9:50 Uhr, Samstag, den 22. August 2026, während des ersten Wochenendes der „Modern Warfare 4 Beta im Vorabzugang“.

Die Eröffnungstafel ist eindeutig: „This is an excerpt from a real recording. Notifying a cheat provider of impending legal action.“ Gesicht und Adresse sind verpixelt. Man hört, wie sich der Beauftragte im Namen der „attorneys for Activision“ vorstellt, bevor er die Dokumente überreicht. Der Ausschnitt dauert etwas mehr als eine Minute. Auf X nennt der Publisher sein Ziel: Elocarry.

Schwarzweißaufnahme aus dem Inneren eines Autos, Windschutzscheibe und Lenkrad sichtbar, mit dem eingeblendeten Zeitstempel „9:50AM Saturday, August 22, 2026“ am unteren Bildrand.
Die Bodycam datiert die Ankunft vor dem Wohnhaus: Samstag, 22. August 2026, 9:50 Uhr. Die Adresse wurde vom Publisher unkenntlich gemacht. Bildnachweis: Activision

Über 375 betroffene Netzwerke und die Drohung mit dem Gericht

Im selben Thread beansprucht Activision für sich, mehr als 375 Cheat-Verkaufsoperationen gestört, mehr als 80 Unterlassungsaufforderungen versandt und mehr als 30 Verkäufer geschlossen zu haben. Der Publisher erklärt sich bereit, sie vor Gericht zu bringen, und unterschreibt mit einem unmissverständlichen Slogan: „Build cheats. Sell cheats. We will find you.“

Was sich ändert, ist der Ort der Sanktion. RICOCHET Anti-Cheat sperrt innerhalb des Spiels; hier hingegen verlässt der Publisher das Spiel und klingelt beim Verkäufer. Dieser Wandel entspricht dem, was Activision inzwischen von den Spieler:innen verlangt: Die PC-Konfiguration der Beta setzt TPM 2.0 und Secure Boot voraus, und Battlefield 6 wendet dieselbe Regel seit dem 28. August strikt an.

Ein Vorbehalt: Kein Beitrag im offiziellen Call-of-Duty-Blog greift die Angelegenheit auf. Alles beschränkt sich auf zwei Beiträge des X-Accounts des Publishers.

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Ist dieser Ansatz von Activision übertrieben oder endlich echter Mut im Kampf gegen Cheats?

Häufige Fragen

Warum hat Activision dieses Video veröffentlicht?
Um die Realität seiner Verfolgung zu zeigen und Verkäufer abzuschrecken. Das ist reine juristische Einschüchterung: eine Machtdemonstration, die klar sagt, dass Cheat-Verkäufer selbst zu Hause nicht mehr sicher sind. Kein Marketing-Mysterium hier, nur offen zugegebenes juristisches Drohgebärde.
Wer ist Elocarry und warum wurde das Unternehmen ins Visier genommen?
Elocarry ist ein Anbieter von Cheat-Software für Call of Duty. Es wurde für diese öffentliche Benachrichtigung ausgewählt, weil es genau das repräsentiert, wogegen Activision seit langem kämpft, und weil die Sichtbarkeit dieser Aktion den Druck auf das gesamte Verkäufer-Ökosystem erhöht.
Was ändern TPM 2.0 und Secure Boot für das Cheaten?
Diese Hardware-Technologien verstärken die Sicherheit des Betriebssystems selbst und machen es für Cheats deutlich schwieriger, Kernel-Zugriff zu erlangen. Es handelt sich um eine technische Barriere, die schon an der Quelle ansetzt, noch bevor das Spiel überhaupt seinen RICOCHET-Anti-Cheat startet.
Kann Activision Verkäufer tatsächlich gerichtlich belangen?
Rechtlich schon, aber es ist kompliziert. Die Verkäufer operieren oft aus Ländern, in denen die Durchsetzung US-amerikanischer Urteile praktisch unmöglich ist. Activision weiß das. Das eigentliche Ziel ist Abschreckung und mediales Aufsehen, nicht unbedingt ein Gerichtssieg.

Das Wichtigste

  • Activision überschreitet eine Grenze: Der Publisher verlässt das Spielfeld, um Cheat-Verkäufer physisch bis vor ihre Haustür zu verfolgen
  • Über 375 gestörte Operationen und 30 geschlossene Verkäufer, begleitet von einer schonungslosen juristischen Kampagne
  • Die Botschaft ist eiskalt: Build cheats. Sell cheats. We will find you. Cheat-Anbieter werden nicht mehr nur im Spiel gebannt, sie werden aufgespürt
  • Die Beta von Modern Warfare 4 verlangt TPM 2.0 und Secure Boot und verstärkt damit die Anti-Cheat-Architektur drastisch auf Systemebene

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